Was im bayerischen Dialekt der Almabtrieb, ist im Allgäu die
Viehscheid.
Im Sommer werden Kühe und Jungtiere auf Bergweiden gehalten. Dort kümmert
sich der so genannte Senn um das Vieh. Aufgabe des Senn ist auch das Käsen.
Im Herbst werden diese rund 30.000 Tiere von den Almen, die im Allgäu Alpe
genannt werden, geholt, in das Tal verbracht und dort am Scheidplatz wieder
ihren Besitzern übergeben. Im Allgäu gibt es 674 bewirtschaftete Alpen auf
denen die Tiere den Sommer verbringen. 43 hiervon sind Sennereien, wo die Milch
der Tiere sofort zu Bergkäse verarbeitet wird. Die Viehscheid ist eine
Jahrhunderte alte Tradition, die im Tal mit Blasmusik und Volksfest gefeiert
wird.
Traditionell wird die Leitkuh der Herde, das Kranztier, nur geschmückt, wenn der Sommer ohne Unfall
verlaufen ist. Im Oberallgäu wird dieser Brauch streng eingehalten; im Ostallgäu
wird im Regelfall immer geschmückt, um die angereisten Gäste nicht durch eine
schmucklose Herde zu enttäuschen.
Die größte Viehscheid ist die in Gunzesried mit runf 1400 Tieren.
Auf dem Bild, das
dankenswerterweise von Ernst Dietl zur Verfügung gestellt wurde, sehen Sie Theo
Weigel auf der Viehscheid in Seeg 2008.
Bitte
vergewissern Sie sich sicherheitshalber nochmals im
Tourist-Büro des jeweiligen Ortes, da wetterbedingte Änderungen möglich sind.