Allgäu:
Bücher
:Kommissar Kluftinger - Erntedank
Wie ein Schock trifft den Allgäuer Kriminalkommissar
Kluftinger der Anblick des toten Mannes in einem Waldstück bei Kempten: Auf
der Brust der Leiche liegt, sorgfältig drapiert, eine tote Krähe. Im Lauf
der Ermittlungen, bei denen der Kommissar tief in die mystische
Vergangenheit des Allgäus eintaucht, stößt er auf weitere rätselhafte
Hinweise - der Beginn eines Katz-und-Maus-Spiels, bei dem die Zeit gegen
Kluftinger läuft. Denn alle Zeichen sprechen dafür, dass das Morden
weitergeht. Zu allem Überfluss quartiert ihn seine Frau wegen eines
Wasserrohrbruchs auch noch beim ungeliebten Arzt Dr. Langhammer ein.
Spannung, Humor und Lokalkolorit: Diese Mischung, die "Milchgeld", das
Erstlingswerk des Autorenduos Kobr/Klüpfel, auf Platz 25 der bundesweiten
Focus-Bestsellerliste katapultierte, zeichnet auch den nächsten Fall um den
eigenbrötlerischen Kommissar Kluftinger aus.
Leseprobe
Kluftinger ging noch ein paar Schritte, dann machte er mit einem Räuspern
die Beamten auf sich aufmerksam. Als sie sich umwandten, erschrak er. Ihre
Gesichter waren blass, einige atmeten schwer. Sie gingen auseinander, so
dass in der Mitte eine Gasse frei wurde. Kluftinger sah jetzt, dass vor
ihnen am Boden eine leblose Gestalt auf dem Rücken lag. Die Beine steckten
in grauen Flanellhosen, die über und über mit Dreck besudelt waren. Der
Blick auf den Oberkörper war ihm noch von Georg Böhm versperrt, der sich
über den Toten gebeugt hatte. Als er merkte, dass die Umstehenden
zurückwichen, wandte er den Kopf. Die blauen Augen unter der Baseballkappe
wirkten trüb. Er stand auf und klopfte dem Kommissar im Vorbeigehen kraftlos
auf die Schulter. Der Blick, der ihn traf, war voller Mitleid. Das verwirrte
den Kommissar, doch er hatte keine Zeit, weiter darüber nachzudenken. Sein
Blickfeld war nun frei. Und was er sah, raubte ihm für einen Moment den
Atem. Er presste die Zähne zusammen und blickte starr auf das Bild, das sich
ihm bot. Vor ihm lag ein Mann, nur mit einer Hose, Strümpfen und einem
ehemals weißen, jetzt ziemlich verdreckten Hemd bekleidet. Sein Kragen war
von verkrustetem Blut dunkelrot, fast schwarz gefärbt. Eine tiefe, klaffende
Wunde zog sich quer über den Hals des Mannes. Auf der Stirn klebte ebenfalls
eingetrocknetes Blut. Doch das war es nicht, was den Kommissar und offenbar
auch die anderen Kollegen so aus der Fassung brachte. Auf der Brust des
Mannes lag, mit ausgebreiteten Flügeln, ein toter, pechschwarzer Vogel.