Der erste Bauer der das Hochtal gerodet ("geschwendet") hatte hieß Balder,
daher der Name Balderschwang. Balderschwang liegt auf 1044 m Höhe. Bis 1684
trauten sich die Hirten nur im Sommer in das unwirtliche Hochtal. Erst nach dem
Bau der Kapelle überwinterte erstmals ein klösterlicher Verwalter im Tal. Um
1800 lebten 16 Familien in Balderschwang die ausschließlich von Land- und
Forstwirtschaft lebten. Die Herstellung von Käse war mit die Haupttätigkeit.
Über abenteuerliche Wege war die Enklave Balderschwang mit dem Allgäu und
Österreich verbunden. Viele Schmuggler nutzten das Gebiet zu regem Handel.
Mit dem Bau der höchsten Paßstraße Deutschlands
im Jahr 1961, dem Riedbergpaß,
wurde das Tal direkt ans Allgäu angeschlossen. Balderschwang gehört zu Bayern -
Österreich beginnt jedoch gleich am Ende des Dorfes.
Durch seine Lage in über 1000 m Höhe und eingerahmt von Bergen bis zu 1797 m
Höhe hat Balderschwang ein sehr rauhes Klima . Manche nennen Balderschwang das
"Bayerische Sibirien", andere sagen in Balderschwang ist es ein 3/4 Jahr Winter
und 1/4 Jahr kalt. Ende September beginnt es oft zu schneien und der Schnee
liegt meist bis in den Mai hinein.
Balderschwang gehört zu den sogenannten "Hörnerdörfern" - vier Orte im
Gebiet von sechs Bergen deren Namen alle mit Horn enden. Näheres dazu finden Sie
unter der Ortschaft Bolsterlang.